Podiumsgespräch zu Diskriminierung in Sachsen: Wichtige Schritte auf dem Weg in eine diskriminierungsfreie Gesellschaft
Bericht zum Podiumsgespräch „Über Diskriminierung in Sachsen sprechen“ mit Vertreter_innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.
PRESSEMITTEILUNG, 08. September 2016
Am 8. September 2016 kamen Expert_innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zum Podiumsgespräch „Über Diskriminierung in Sachsen sprechen“ im Kulturrathaus in Dresden zusammen. Inhaltlich ging es um die vielfältigen Realitäten von Diskriminierung, die Situation von Betroffenen, die aktuellen Fachpolitik im Freistaat und auf Bundesebene sowie die zukünftige Perspektiven und notwendige Weiterentwicklungen.
Dazu Petra Köpping, Sächsische Ministerin für Gleichstellung und Integration:
„Über Diskriminierung sprechen wir nicht gerne, aber sie ist Realität. Wir wollen nicht hinnehmen, dass Menschen in unserer Gesellschaft abgewertet werden, weil sie vielleicht eine andere Hautfarbe haben, weil sie gleichgeschlechtlich lieben oder weil sie krank sind. Mit dem Landesaktionsplan zur Akzeptanz der Vielfalt von Lebensentwürfen werden wir noch in diesem Jahr eine ganze Reihe von Handlungsfeldern, Zielen und Maßnahmen vorstellen, mit denen wir auf diesem Gebiet antidiskriminierend wirken wollen. Als nächstes wollen wir die Bekämpfung von Diskriminierung als Querschnittsaufgabe in der Staatsregierung verankern. Es liegt noch viel Arbeit vor uns. Aber ich bin mir sicher, dass wir mit den genannten Maßnahmen bereits wichtige Schritte auf dem Weg in eine Gesellschaft gehen, die Toleranz und Akzeptanz lebt.“
Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, begrüßt die Vorhaben des Freistaates Sachsen:
„Jeder Mensch hat das Recht auf Gleichbehandlung – überall in Deutschland. Ich freue mich, dass mehr und mehr Länder erkennen, dass der Schutz vor Diskriminierung ganz oben auf der Tagesordnung stehen muss. In Sachsen ist hier viel in Bewegung: In der Zivilgesellschaft, in der es ein starkes Netzwerk gegen Diskriminierung gibt - und bei der Staatsregierung, die angekündigt hat, einen zentralen Ansprechpartner gegen Diskriminierung zu benennen.“
Abschließend Daniel Bartel, Netzwerk für eine Antidiskriminierungskultur in Sachsen:
Unser Kriterium für eine gelungene Antidiskriminierungspolitik ist, dass sie tatsächlich im Alltag ankommt. In Schulen, Unternehmen, Behörden aber auch zwischen Vertragspartner_innen müssen Benachteiligungen thematisiert und verändert werden können. Dafür braucht es eine Gesamtstrategie. Das gesellschaftliche Bewusstsein für Diskriminierung aber auch konkrete Handlungskompetenzen müssen gestärkt werden. Wichtig aus der Perspektive von Betroffenen ist dabei vor allem ein niedrig schwelliges Netz von Anlauf- und Beratungsstellen, das sie dabei unterstützt, ihre Erfahrungen zu verarbeiten, Diskrimierung zu thematisieren und ihr Recht auf Gleichbehandlung umzusetzen. Der Freistaat Sachsen hat sich entschlossen, das vielschichtige Thema Diskriminierung anzupacken. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.
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